11.09.2019 / Allgemein / /

Gipfeli-Treffen zum Thema Sozialhilfe

Das Gipfeli-Treffen der CVP Einsiedeln ist für alle interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine Gelegenheit, sich über ein aktuelles Thema zu informieren. Dass auch Nicht-CVP-Mitglieder teilnehmen und willkommen sind, zeigte sich am vergangenen Samstagmorgen wieder.

Urs Gubler begrüsste die Anwesenden, speziell Bezirksrat Gerhard Villiger, welcher sein Ressort Gesundheit und Soziales mit Fürsorge- und Asylwesen näher brachte. Mit einem Nettoaufwand von rund 12 Mio. Franken (Rechnung 2018) stellt das Ressort einen beträchtlichen Budgetposten dar; insofern ist es schon von Interesse, was mit den Steuergeldern passiert und wie damit umgegangen wird.

Im Asylwesen werden zurzeit Personen aus insgesamt 17 Nationen betreut. 82 befinden sich im Status Asyl, welche vom Bezirk 14 Franken pro Tag Asylsozialhilfe für den Grundbedarf erhalten, 68 haben den Status Flüchtling mit 32.85 Franken Sozialhilfe pro Tag (entsprechend den kantonalen Richtlinien). Diese Zahlen seien tendenziell stagnierend oder leicht abnehmend. Da im Asylwesen aber eine relativ hohe Bleibequote zu erwarten sei, habe Integration Priorität – bevor es zu mehr Sozialhilfeempfängern komme. Mit Deutschkursen, Praktika, Lehren usw. gelinge es Villiger, rund die Hälfte ins Wirtschaftsleben einzugliedern.

Viel grössere Bauchschmerzen verursachten Villiger aber die stark steigenden Zahlen von ausstehenden Krankenkassen-Prämien; aktuell sind es 366 Fälle. Dazu kommen 289 Personen, welche momentan auf Sozialhilfe, -beratung oder Alimentenbevorschussung angewiesen sind.

Wer in Not gerät und nicht für sich selber sorgen kann, hat Anspruch auf Hilfe, Betreuung und Mittel für ein menschenwürdiges Dasein – dies steht in der Bundesverfassung. Die Kantone ihrerseits regeln die Sozialhilfegesetzgebung, die Gemeinden sind dann für die Sozialhilfe zuständig.

Villiger stellt klar, dass es einerseits um haushälterischen Umgang mit Steuergeldern gehe, andererseits aber immer auch um menschliche Schicksale. Er sei sehr bedacht, diesen Spagat zu schaffen. Das Ressort-Budget beinhaltet jedoch grösstenteils gebundene Ausgaben, der Personalaufwand ist aber moderat. Villiger ist denn auch voll des Lobes für seine Mitarbeitenden. Ein Vorteil sei sicher auch die immer noch eher dörfliche Struktur Einsiedelns, wo man näher bei den Betroffenen sei.

Beeindruckendes erzählt er zum Schluss aus dem Arbeitsalltag seiner mittlerweile zehnjährigen Tätigkeit. Was er da an Drohungen, polizeilichen Schutzmassnahmen und dergleichen auszuhalten hat, stimmt nachdenklich. Das nächste Gipfel-Treffen findet am 2. November im Restaurant Bären statt.

 

Schafft den Spagat: Bezirksrat Geri Villiger