15.04.2016 / Allgemein / /

Podiumsdiskussion vom 11. April 2016

Gut besuchte Podiumsdiskussion des Einsiedler Anzeigers zu den Bezirksratswahlen

Für drei Bezirksratssitze kandidieren vier Personen aus vier Parteien. Diese Ausgangslage bewog den Einsiedler Anzeiger, eine überparteiliche Podiumsdiskussion durchzuführen.

ea. K.S. Rund 60 Personen nahmen am letzten Montag im Zunfthaus Bären an der informativen Veranstaltung teil. EA-Redaktor Victor Kälin führte durch die fast zweistündige Veranstaltung. Fragen konnten im Voraus auch per E-Mail dem EA zugestellt werden, Fragen stellen konnten die Anwesenden zudem im letzten Teil des Abends. Zwei Bisherige und zwei Neue

Markus Kälin (FDP) führt ein eigenes Architekturbüro, ist 47-jährig und seit 2008 im Bezirksrat. Stefan Kälin (SP) ist Berufsschullehrer im Bereich Allgemeinbildung, 48 Jahre alt und bekleidet das Amt des Bezirksrates seit 2012.

Bernadette Deuber (CVP) ist aktuell Geschäftsführerin der Spitex Region Einsiedeln, 55-jährig und hat diverse politische Erfahrungen. Sie war unter anderem Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, davon zwei Jahre als Präsidentin. Christoph Bingisser (SVP) ist selbstständiger Treuhänder, 35-jährig und kann sechs Jahre Erfahrung als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission vorweisen, vier Jahre davon als Präsident.

Victor Kälin fragte die drei Kandidaten und die einzige Kandidatin nach den Gründen für eine Wahl. Stefan Kälin: «Ich bringe mich klar und engagiert ein und möchte gerne die angefangene Arbeit weiterführen.» Markus Kälin: «Ich bin überzeugt, dass ich in den letzten acht Jahren gute Arbeit geleistet habe und meine Mission noch nicht vorbei ist.» Bernadette Deuber: «Ich bin hoch motiviert, habe einen breiten Rucksack und möchte für Einsiedeln etwas bewirken.» Christoph Bingisser: «Es braucht eine neue kritische Stimme im Bezirksrat. Es muss im Bezirk etwas passieren.» Auf die Frage, was die beiden Neuen unterscheidet, führte Bernadette Deuber aus: «Ich habe einen anderen Hintergrund, Finanzen sowie Gesundheit und Soziales als Beispiele. Von der Art her politisiere ich anders. Ich arbeite teamorientiert und möchte alle einbeziehen.» Christoph Bingisser sagte: «Wir unterscheiden uns in vielen Sachen. Ich möchte mit mir wieder etwas mehr Unternehmertum in den Bezirksrat einbringen. Mein Spektrum hat sich als RPK-Präsident geöffnet.» Wie wichtig ist Parteibüchlein?

Ob und in welcher Weise denn die Parteien eine Rolle spielen, war eine weitere gestellte Frage. Bernadette Deuber sagte, dass sie bei der CVP politisiere, weil diese Grundwerte vertrete, die auch für sie wichtig seien. Zudem werde in der CVP auf der Basis der christlichen Werte sachbezogene Politik betrieben. «Ich will für den Mitmenschen da sein und mich für die Gesellschaft einsetzen», präzisierte sie. Christoph Bingisser sagte zu seiner Motivation, dass er familienbelastet sei in Bezug auf die SVP-Zugehörigkeit. Die Parteipolitik sei im Bezirksrat sicherlich nicht an vorderster Stelle. «Ich fühle mich der SVP nahe, teile aber nicht alle Meinungen der SVP.» Markus Kälin führte aus, dass die Meinungen der Partei durchaus ins Gremium einfliessen sollen. Der Bezirksrat sei aber aktuell eine gute Kollegialbehörde. Stefan Kälin stellte fest, dass man in gewissen Sachfragen schon spüre, aus welcher Partei ein Bezirksrat komme.

Schulraum und Konzession

Der Einwohnerverein Willerzell wollte wissen, ob der Bezirksrat gefordert habe, dass der Viadukt bestehen bleiben muss. Diese Frage konnte bejaht werden. Markus Kälin führte aber aus, dass die schwierigen Verhandlungen nun geführt werden müssen und der Bezirksrat noch nicht gross Auskunft geben könne. Stefan Kälin gab zur Antwort, dass der Spielraum für den Bezirksrat nicht allzu gross sei und dass auch der Richtplan des Kantons mitentscheidend sei.

Einen deutlichen Unterschied gab es bei der Frage, ob weiterhin alle Viertel ein eigenes Schulhaus haben sollen. Die beiden Bisherigen bejahten das, während Christoph Bingisser dies mindestens in Frage stellte. Und für Bernadette Deuber darf die Frage nicht zum «Tabu-Thema» werden.

Bei der Frage, ob es einen Wirtschaftsförderer brauche, sagte nur Markus Kälin ja. Stefan Kälin wählte den Joker, Deuber und Bingisser sagten Nein.

In der Ausgabe vom kommenden Dienstag veröffentlicht der Einsiedler Anzeiger vier Interviews mit Markus Kälin, Stefan Kälin, Bernadette Deuber und Christoph Bingisser.

Image_2aEA-Redaktor Victor Kälin (Mitte) moderierte den Abend mit den drei Bezirksratskandidaten und der einzigen Bezirksratskandidatin (von links) Christoph Bingisser, Bernadette Deuber, Markus Kälin und Stefan Kälin.

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Gegen 60 Personen verfolgten die fast zweistündige Podiumsveranstaltung zu den Bezirksratswahlen.

Fotos: Konrad Schuler